Kooperation

Im Film Weiße Witwen wird die Arbeit der indisch-deutschen Peace Foundation e.V. gezeigt. Die Organisation ist allerdings nicht nur Gegenstand der Erzählung im Film, sondern war maßgeblich daran beteiligt, dass der Film überhaupt entstehen konnte. Filmemacher David Straub reiste als Beobachter mit und verbrachte über drei Wochen mit der Organisation im Dorf Dhanoli, während die Aufnahmen entstanden. 

Über die Peace Foundation e.V.

Der Gründungsgedanke der Organisation war, verschiedene Menschen aus der ganzen Welt zusammenzubringen und gemeinsam daran zu arbeiten, die Welt ein Stück besser zu machen. 

Im Jahr 2015 entstand eine Gruppe aus Erfurter Studenten um Amit Tyagi, die sich kritisch mit dem Thema Lebensmittelverschwendung auseinandersetzte und mit öffentlichen Aktionen wie einem Friedensmarsch von Erfurt nach Berlin auf die teils absurden Verschwendungsmechanismen in der Gesellschaft aufmerksam machte. Über die letzten vier Jahre erweiterte sich das Themenspektrum mit dem Fokus auf der Frage, wie die Welt friedlicher gemacht werden kann. Konkret entstanden verschiedene Initiativen in Deutschland, wie zum Beispiel die Peace-Workshops, in denen Gründer Amit Tyagi mit den Teilnehmenden auf einer ethischen und spirituellen Ebene Wege für ein friedliches Mit-sich-selbst und Miteinander austestet. Darüber hinaus gehört auch das im Film porträtierte Projekt in Dhanoli zum Schaffen der Organisation - ein Versuch, die sozio-ökonomische Lebenssituation der Bauern vor Ort zu verbessern

 

Die Bauern-Krise in Indien und das Webstuhl-Projekt

In Indien hat sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Bauernkrise immer weiter zugespitzt. Über 300.000 Bauern und Landarbeiter haben sich in den letzten gut zwanzig Jahren das Leben genommen - als Folge auf ausbleibende oder zerstörte Ernten, horrende und oft nicht zurückzahlbare Schulden oder ökonomischen Druck in Verbindung mit hohen Ausgaben für Dünger und Saatgut. Besonders schlimm ist die Situation in Vidarbha, einer Region im Zentrum des Landes, wo hauptsächlich Baumwolle angebaut wird. Hier liegt auch das kleine „Projekt-Dorf“ Dhanoli. 

 

Ein Bauer besprüht die Felder in Dhanoli mit Pestiziden.
Ein Bauer besprüht die Felder in Dhanoli mit Pestiziden.

Bereits im Jahr 2017 kam die Peace Foundation im Rahmen einer Sondierungsphase nach Dhanoli und beschloss, in Absprache mit den Bauern, dort eine Baumwoll-zu-Stoff-Einheit zu errichten. Die Peace Foundation kaufte mit Hilfe von Spenden drei einfache Handwebstühle, die in der Dorfmitte stehen. Die Bauern sollten in der Lage sein, mit diesen Maschinen eigene Textilien zu fertigen und mit dem Verkauf eine weitaus höhere Marge zu erzielen als mit der reinen Baumwolle.  Das ehemals „weiße Gold“ Indiens ist als Rohprodukt mit irrwitzig geringen Verkaufspreisen – lokal und global diktiert – nämlich kaum rentabel.

Nächste Schritte

Das Projekt in Dhanoli ist auch im Jahr 2019 weiterhin am Laufen und geht im Juli in die nächste Phase. Die im vergangenen Jahr begonnen Trainings an den Handwebstühlen sollen dann fortgesetzt werden. Amit Tyagi plant auch, im Dorf ein Research Centre zu etablieren und mit einem anderen Projekt in anderen Dörfern zu kooperieren, sodass in naher Zukunft bereits Textilien aus Dhanoli und Vidarbha profitsteigernd von den Bauern hergestellt und verkauft werden können.

Momentan sucht die Organisation noch nach Unterstützern, die mittels einer monatlichen – kleinen wie großen – Zuwendung helfen, eine Arbeitsstelle auf 1200 Euro-Basis zu finanzieren.  Bisher läuft sämtliches Wirken als Ehrenamt. Um jedoch mit ungeteilter Aufmerksamkeit und Energie das Projekt weiterzuverfolgen, wäre es hilfreich und entlastend, über eine solche Finanzierung zu verfügen. Die Bankverbindung zur Unterstützung der Organisation, sowie ein direkter Kontakt ist unter dem oben stehenden Link zu finden.

 

Gründer der Peace Foundation Amit Tyagi (mitte) mit Dorfbewohnern Dhanolis beim Aufbau der Baumwoll-zu-Stoff-Einheit im März 2018.
Gründer der Peace Foundation Amit Tyagi (mitte) mit Dorfbewohnern Dhanolis beim Aufbau der Baumwoll-zu-Stoff-Einheit im März 2018.